Brauchtümer und Gewohnheiten

Die Brauchtümer und Gewohnheiten bei den verschiedenen Feiern weisen auf die Verbundenheit der Menschen mit der Natur hin, als sie die göttlichen Kräfte vor allem um eine gute Ernte baten.

Die meisten traditionellen Feste sind mit der christlichen Religion verbunden, die in der traditionellen Bauernfamilie sowohl kirchliche als auch weltliche Autorität besaß.

Die wichtigste gemeinsame Dorffeier war die Feier des Namenstages des Schutzheiligen, den die Dorfgemeinschaft gewöhnlich am ersten Sonntag nach dem kalendarischen Namenstag des Heiligen oder am Namenstag selbst feierte. Zu Hause bereiteten die Hausfrauen ein reichhaltigeres Mittagessen zu, zu dem auch Verwandte von nah und fern eingeladen wurden. 

Eine wichtige Dorffeier stellt auch die Fastnacht dar, die den Winter vertreiben und den Frühling ins Land bringen soll. Die jüngeren und älteren Gecken bereiten den Fastnachtzug durch die Dörfer vor; die Bewohner empfangen sie, bieten ihnen Fastnachtsgebäck (Krapfen u.ä.) und natürlich einen Tropfen guten Weines an, sie beschenken die Gecken mit Geld, Eiern, Würsten und Wein.

Nach dem Zweiten Weltkrieg setzte sich wieder das Feiern des 1. Maifeiertages durch. Obwohl er seit 1890 der Internationale Tag der Arbeit war, hatte man ihn während der Zeit des Faschismus nicht feiern dürfen. In den meisten Orten in Slowenien und auch in einigen Dörfern im Hinterland von Triest ist die Feier mit der Aufstellung eines Maibaums verbunden. Dieser besteht aus einem entrindeten Stamm einer hohen Kiefer mit einer grünen Baumkrone sowie einem Zierkranz, an welchem Obst hängt (Orangen, Äpfel) und obendrauf mit einer im Wind flatternden Fahne. Der Maibaum wird am Vorabend des 1. Mai aufgestellt, in einigen Orten gibt es dazu noch Freudenfeuer, die einst zur Feier des Namenstags Johannes’ des Täufers (24. Juni) angezündet wurden und eigentlich heidnischen Ursprungs sind (Sonnenwendfeier).

Sehr interessant ist auch das Brauchtum am Tag vor der Hochzeit des zukünftigen Paares, wenn beide jeweils bei sich zu Hause ein größeres Fest veranstalten und die jungen Ortsbewohner dem Bräutigam zu seinem bedeutenden, neuen Lebensabschnitt eine sogenannte „Kaluna“ erstellen, d.h. den Hofeingang mit Wacholderzweigen und Blumen schmücken. Einst nahmen an der „Kaluna“ nur junge Menschen teil, heute sind diese zu richtigen Dorffeiern geworden, bei denen sich Freunde, Dorfbewohner und Gäste aus anderen Orten treffen. 
 

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