Osmica

Eine gastronomische Lokalbesonderheit.

Eine gastronomische Lokalbesonderheit stellen die sogenannten Besenwirtschaften, die „Osmice“ (slow.) bzw. „Osmizze“ (ital.) dar, in denen die einheimischen Bauern bei sich zu Hause einmal oder zweimal im Jahr Gästen ihren Hauswein und hausgemachte Gerichte anbieten: den Karst Schinken, gekochte Würste mit Sauerkraut, Braten mit Röstkartoffeln, „Jota“ und gekochten Strudel („Kuhani Štruklji“). Achten Sie auf entsprechende Wegweiser mit dem Ortsnamen der jeweils geöffneten „Osmica“!  

„Osmice“ haben im Küstenland schon eine lange Tradition und zwar seit der Zeit von Maria Theresia, als diese mit einer Sonderverordnung den Bauern erlaubte, unversteuert Wein des vergangenen Jahres zu verkaufen. Diese Tradition hat sich im italienischen Teil des Karstes ununterbrochen bis heute erhalten, während sie in Slowenien zu jugoslawischen Zeiten unterbrochen wurde und sich erst jetzt wieder durchgesetzt hat. Die einstigen „Osmica“ waren vollkommen anders als die heutigen. So boten früher die Bauern nur Wein und keine Gerichte an, höchstens vielleicht noch gekochte Eier und selbstgemachtes Brot, den die Gäste in ein Glas Teran tränkten. Die Gäste brachten sich deswegen ihr eigenes Essen mit, meist Brathähnchen. Früher bestellte man den Wein in Tragbütten, Holzgefäßen, die man zur Weinlese verwendete. Der Hausherr stellte das Gefäß auf den Tisch und die Gäste schöpften sich dann selbst den Wein in ihre Gläser ein. Später wurde der Wein in Viertellitergefäßen bestellt. Größere Gesellschaften konnten den Wein aber auch per „Vertrag“ ordern, das heißt, dass für einen bestimmten Betrag eine Stunde lang ununterbrochen Wein auf dem Tisch sein musste. Manche Gesellschaften tranken so vier bis fünf Liter pro Stunde. 

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