Max Fabiani

Architekt, Stadtplaner, Professor, Verfasser von zahlreichen Fachtexten und belletristischen Werken, Erfinder, Bürgermeister von Štanjel.

MAX FABIANI (Kobdilj 1865-1962 Gorizia/Gorica).
Architekt, Stadtplaner, Professor, Verfasser von zahlreichen Fachtexten und belletristischen Werken, Erfinder, Bürgermeister von Štanjel.

 

Max Fabiani wurde in Kobdilj geboren.
Max Fabiani ist neben J. Plečnik und I. Vurnik einer der Begründer der slowenischen Architektur und Stadtplanung. Als Architekt und Stadtplaner war er im gesamten Gebiet der ehemaligen Habsburgermonarchie - von Polen, Tschechien bis zum Golf von Triest - tätig. Er war Professor an der Wiener Polytechnik und war einer der bedeutenden Mitschöpfer der Wiener Sezession. In Wien ist er wegen seiner Gebäude, Urania, Artaria, Portois&Fix, und wegen anderer bekannt. Als Stadtplaner war er hauptverantwortlich für den Wiederaufbau der vom Erdbeben zerstörten Stadt Ljubljana unter dem damaligen Bürgermeister Ivan Hribar und als Architekt für den Bau des Hribar Hauses (Hribarjeva hiša), des Krisper Hauses (Krisperjeva hiša) und anderer Gebäude. Sein Bericht über den Plan der gemeinen Regulierung der Landeshauptstadt Ljubljana (Poročilo k načrtu občne regulacije deželnega stolnega mesta Ljubljane) (1895) ist der erste Fachtext auf dem Gebiet der Stadtplanung in slowenischer Sprache. Für seine städteplanerischen Leistungen verlieh ihm die Wiener Universität 1902 einen Doktortitel. Dies war auch das erste Mal, dass an der Wiener Universität ein Doktortitel zu diesem Thema verliehen wurde.

Nach dem Ersten Weltkrieg kehrte Max Fabiani nach Gorizia/Gorica zurück, wo er fünf Jahre lang den Wiederaufbau der während des Ersten Weltkriegs durch die Isonzofront zerstörten bzw. betroffenen Ortschaften leitete, von Bovec bis zum Meer. Später kehrte er nach Kobdilj zurück.



Bürgermeister von Štanjel

 

Zwischen 1935 und 1945 ist er Bürgermeister von Štanjel geworden. Mit durchdachten Eingriffe gab er den Ort ehemalige Rolle zurück und wesentlich zu Gestaltung des Raumes wie wir es Heute kennen beigetragen.
Er erreichte dass damalige italienische Staat der Burg von Štanjel kaufte in dem er in 30er Jahren des 20. Jahrhundert Gemeindeamt mit Bürgermeisteramt, Schule, Kindergarten, Kinosaal, Ambulanz und anderen öffentlichen Räumen errichtete, was stellte eine der ersten Umgestaltungen der Burg Gebäude zur öffentliche Nutzung dar.
Der bekannteste Nachlass von Fabiani in Štanjel ist Ferrari Garten. Es entstand als Ergänzung zu s.g. Villa Ferrari – eine Reihe von Gebäuden an ehemaligen Ost Wall von Štanjel, die der Architekt für seinen Neffen Enrico Ferrari und seine Familie umbaute. Mittelalterlicher Štanjel hat mit diesen Eingriff neue Inhalte bekommen, wobei seine Identität erhalten blieb. Ähnliche Verbindung von traditionellen und modernen, Funktionalität und Visualität führte Fabiani meisterhaft auch bei Gartengestaltung aus. Seine Besonderheit ist Wasser System, der innovativ, ohne aufwändige Technologien Wasser Problem am Karst löst und zeigt auf Fabiani's technischen Geist.  Im Štanjel hat Fabiani den Eingangsturm, Zugangsstiege und Dorfplatz mit Plateau zwischen Burg und Kirche erneuert und umgestaltet. Er plante Erneuerung der Kirche und Kirchenturms. Er hat das romanische Haus, heute als Karst Haus bekannt mit Dorf Brunnen erneuert, wo die ethnologische Sammlung platz findet. Auf Militärfriedhof aus Ersten Weltkrieg hat er den Eingang geordnet, in der Nähe stehendes Haus unter Štanjel Wall, das als Militärobjekt diente hat er zu Hotel Miramonti umgestaltet. Letzter Eingriff, den Fabiani zwischen beiden Kriegen in Štanjel plante war Casa del Fascio aus dem Jahr 1938, später Genossenschafts-Haus. In der Zeit hat er für sich und seinem Bruder eine der Dorfhäuser, später als Villa Max bekannt geordnet.

Nach dem Zweiten Weltkrieg lebte er in Gorizia/Gorica, wo er auch starb und begraben wurde. 1984 wurden seine sterblichen Überreste in das Familiengrab der Fabianis auf dem Friedhof in Kobdilj überführt. Bis zu seinem Tod war er als Architekt, Stadtplaner und Verfasser tätig. 

Als Fachmann wurden ihm viele Auszeichnungen verliehen: der Franz-Joseph-Ritterorden, der Ritterorden des Preußischen Adlers, der Ritterorden des Roten Adlers, der Orden der Ehrenlegion, der Orden des hl. Stanislav, eine Kriegsauszeichnung, der Ritterorden der italienischen Krone, der Ritterorden für Verdienste im Vatikan, ein Grand Prix und eine goldene Auszeichnung auf der Weltausstellung in Paris, eine goldene Auszeichnung für das beste Wohn- und  Geschäftshaus in Wien in den Jahren 1911/12, das Goldene Doktorat im Jahr 1952 in Wien.

Max Fabiani ist eine Persönlichkeit von europäischem Format, die man sowohl zur österreichischen wie auch zur italienischen und slowenischen Kultur zählen kann. Er ging in die slowenische Geschichte ein vor allem als Schöpfer einiger berühmter Gebäude: Narodni dom (Volkshaus) in Triest (niedergebrannt im Jahr 1920),  Trgovski dom (Handelshaus) in Gorizia/Gorica, Jakopič’ Pavillon in Ljubljana (niedergerissen in den sechziger Jahren), das Mädchengymnasium Mladika in Ljubljana.  Nach ihm sind je eine Straße in Wien, Ljubljana, Triest und Gorizia/Gorica benannt. In Gorizia/Gorica ist nach ihm das Kunstgymnasium benannt, in Triest die Schule für Geodäsie. In der Wiener Technischen Universität schmückt das Atrium sein Bronzeporträt. In Štanjel ist nach ihm ein Spazierweg benannt.   


Slowenien Magazin - Max Fabiani, Štanjel

GPS: 45.8226270, 13.8435980

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